Peter Bien, Dresden

VDA förderte Gesangstalent

 

Aus Böhmen, dem „Konservatorium Europas“, stammt die junge Künstlerin Lucie Ceralová, die im April 2000 den nationalen Gesangswettbewerb der tschechischen Musikschulen gewonnen hat. Die talentierte Mezzosopranistin weiß sich dem gesamten musikalischen Erbe ihrer Heimat verpflichtet – auch den Musiktraditionen der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien.

 

Lucie Ceralová, die 1976 im nordböhmischen Reichenberg (Liberec) geboren wurde, stand bereits im Alter von sieben Jahren auf der Bühne. Sie war Mitglied des bekannten tschechischen Kinderchors „Severáček“, mit dem sie zehn Jahre durch Europa reiste. Von 1994 bis 1999 studierte sie an der philosophischen Fakultät der Palacky-Universität in Olmütz (Olomouc) Germanistik und Musikpädagogik. In ihrer Magisterarbeit befasste sie sich mit dem sudetendeutschen Schriftsteller Friedrich Jaksch (1894 – 1946), wofür sie im Jahr 2000 einen Förderpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft bekam.

 

Nach ihrem Studium wollte Lucie Ceralová eigentlich eine Dissertation schreiben, erfüllte sich aber schließlich ihren Herzenswunsch, Musik zu studieren. Seit dem Herbst 2000 studiert sie Gesang an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Weil sie sich für das deutschböhmische Kulturerbe engagiert, bekam sie von September 2001 bis Juni 2002 ein Stipendium des VDA. Sie ist jetzt Stipendiatin der „Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung“, von der sie bis zum Ende ihres Studiums finanzielle Unterstützung erhalten wird.

 

Lucie Ceralová hofft, dass sie nach dem Studium an der Oper singen kann. Dass sie außerordentlich talentiert ist, hat sie vor kurzem bei den 4. Tschechischen Kulturtagen in der „Euroregion Elbe/Labe“ gezeigt. Bei einem Konzert im Richard-Wagner-Museum in Graupa (bei Dresden) interpretierte sie auf meisterhafte Weise Lieder und Opernarien von böhmischen Komponisten.

 

 

Peter Bien, Autor dieses Beitrages, im Gespräch mit Lucie Ceralová.