Peter Bien, Dresden

 

 

Hauptversammlung und Festveranstaltung des VDA in Dresden

 

Der Landesverband Sachsen des Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA) konnte vor kurzem sein 125-jähriges Bestehen feiern. Anlässlich des Jubiläums fand am 8. November 2008 in Dresden eine Festveranstaltung statt und zuvor führte der VDA-Bundesverband in der sächsischen Landeshauptstadt eine Hauptversammlung durch.

 

Als Veranstaltungsort diente das Gemeindehaus der Christuskirchgemeinde Dresden-Strehlen, wo der Bundesvorsitzende des VDA, der CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, Vereinsmitglieder aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Dänemark und Polen begrüßen konnte. Hartmut Koschyk gedachte in seiner Begrüßungsrede mit einfühlsamen Worten des kürzlich verstorbenen Staatssekretärs a. D. Wolfgang Egerter und würdigte dessen Wirken als stellvertretender VDA-Bundesvorsitzender.

 

Kernstück der Hauptversammlung war ein Vortrag von Sylwia Michala, einer Lehrerin aus Konty in Oberschlesien, die das Thema „Stand und Perspektiven der deutschen Sprache in Oberschlesien“ behandelte. Sie wies in eindrucksvoller Weise auf die nach der „Wende“ eingetretenen Veränderungen hin, legte aber auch die noch vorhandenen Unzulänglichkeiten dar. So gibt es in Oberschlesien im Gegensatz zu Ungarn keine Kindergärten und Schulen mit Deutsch als Muttersprache. Die Ausführungen der jungen Lehrerin lösten eine angeregte Diskussion aus.

 

Zur Festveranstaltung „125 Jahre VDA-Landesverband Sachsen“ am Abend des 8. November konnte der VDA-Landesvorsitzende Peter Bien zahlreiche Gäste aus der Politik und dem Kulturleben begrüßen. Zu den Teilnehmern gehörten auch einige Ungarndeutsche und mit Ungarn verbundene Kulturschaffende, so der aus Banda/Bánd stammende ehemalige Landrat des Kreises Sebnitz, Nikolaus Drexler, der ehemalige Leiter des DDR-Kulturzentrums in Budapest, Heribert Reisenweber, und der Filmjournalist Volker Petzold, der einst für die „Neue Zeitung“ tätig war.

 

Als Vertreter der sächsischen Staatsregierung sprach Justizminister Geert Mackenroth, der an bedeutende sächsische Auswanderer erinnerte. Der Magdeburger Historiker Dr. Tammo Luther behandelte die Geschichte des sächsischen VDA. Er wies darauf hin, dass der heutige VDA-Landesverband am 23. September 1883 in Döbeln als Landesverband des „Allgemeinen Deutschen Schulvereins“ gegründet wurde. Nach langer Unterbrechung in der Zeit von 1945 bis 1999 ist der Verein erst seit einigen Jahren wieder in Sachsen aktiv.

 

Mit den heutigen auswärtigen Kulturbeziehungen befasste sich im abschließenden Vortrag der Leiter des Dresdner Goethe-Instituts, Robert Sobotta. Der Titel seines Referats lautete: „Die aktuelle Bedeutung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland“. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Pianistin Hana Vlasáková, einem jungen Talent aus Tschechien, und der Geigerin Valéria Bulnová aus der Slowakei.

 

Das „VDA-Wochenende“ in Dresden hat dem Verein neue Impulse gegeben. Seine Aufgabe wird auch künftig die sein, die er sich schon vor 125 Jahren gestellt hat: die Förderung und Pflege der deutschen Sprache und Kultur sowie die Unterstützung deutscher Gemeinschaften in aller Welt.