Geschichte des VDA-Landesverbandes Sachsen

 

Der heutige Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e. V. (VDA) besteht schon seit über 120 Jahren. Im Laufe der Jahrzehnte hat der Verein zwar mehrmals seinen Namen gewechselt, doch seine Aufgabe ist stets die Gleiche geblieben: die Förderung und Pflege der deutschen Sprache und Kultur sowie die Unterstützung deutscher Gemeinschaften in aller Welt.

 

Gegründet wurde der VDA am 15. August 1881 in Berlin unter dem Namen „Allgemeiner Deutscher Schulverein“. Im Königreich Sachsen konstituierte sich die erste Ortsgruppe am 29. Dezember 1881, und zwar in der Landeshauptstadt Dresden. Es kam in rascher Folge zu weiteren lokalen Gründungen, und am 23. September 1883 trafen sich auf einer Tagung in Döbeln Vertreter von acht Ortsgruppen, um einen sächsischen Landesverband zu gründen.

 

Seine Blütezeit erlebte der VDA während der Weimarer Republik, als er deutschlandweit über zwei Millionen Mitglieder zählte, die in 11 000 Schüler- und 7 000 Erwachsenengruppen organisiert waren. Auch in Sachsen gehörte der VDA damals zu den einflussreichsten Interessenverbänden. In Dresden hatte das „VDA-Wirtschaftsunternehmen“ seinen Sitz, und an der Spitze des sächsischen Landesverbandes stand der bekannte liberale Politiker Wilhelm Külz (1875 – 1948), der 1931 zum Dresdner Oberbürgermeister gewählt wurde.

 

In der Zeit des Nationalsozialismus konnte sich der VDA zunächst eine gewisse Eigenständigkeit bewahren, wurde aber schließlich 1938 „gleichgeschaltet“. 1945 lösten die Alliierten den Verein auf. In Westdeutschland wurde der VDA 1955 wiedergegründet, in der DDR entstand dagegen 1964 die Gesellschaft „Neue Heimat“ (GNH), eine Vereinigung „für die Verbindung mit Bürgern deutscher Herkunft im Ausland“.

 

Der traditionsreiche VDA-Landesverband Sachsen, dessen Tätigkeit über Jahrzehnte ruhen musste, wurde am 16. Oktober 1999 im „Haus der Kreuzkirche“ in Dresden wieder ins Leben gerufen.

 

 

Dokumente aus der Geschichte des sächsischen Landesverbandes:

 

 

Pfarrer Wilhelm Gamper, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Allgemeinen Deutschen Schulvereins in der Zeit vor 1900.

 

(Repro: Barta, E. u. Bell, K.: Geschichte der Schutzarbeit am deutschen Volkstum, Dresden 1930.)

 

 

Wilhelm Külz, Vorsitzender des VDA-Landesverbandes Sachsen in der Zeit der Weimarer Republik.

 

(Repro: Barta, E. u. Bell, K.: Geschichte der Schutzarbeit am deutschen Volkstum, Dresden 1930.)

 

         (Bild vergrößern)

Werbung des in Dresden ansässigen VDA-Wirtschafts-unternehmens (1926).

 

(Repro: "Deutsche Welt" 10/1926.)

 

 

VDA-Emblem um 1930.

 

(Repro: Barta, E. u. Bell, K.:

Geschichte der Schutzarbeit am deutschen Volkstum, Dresden 1930.)